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36 Monate Dienstzeit

Als Unteroffizier auf Zeit 

(offizielle Abkürzung: UaZ) wurde in den Grenztruppen der DDR (GT) ein Wehrpflichtiger bezeichnet, der anstatt des anderthalbjährigen Grundwehrdienstes einen dreijährigen Wehrdienst als Unteroffizier ableistete.

 

Wehrpflichtige, die einen Studienplatz anvisierten, wurden oft schon von Wehrbeauftragten in Schulen aufgrund des zunehmenden Bedarfs an qualifizierten Unteroffizieren in den Grenztruppen auf die Laufbahn Unteroffizier auf Zeit oder Offizier auf Zeit gedrängt. Gleichermaßen wurden jedoch auch Lehrlinge in der Berufsausbildung und Grundwehrdienstleistende angesprochen. Anreize waren die in Aussichtstellung einer Förderung der beruflichen Entwicklung und die Möglichkeit eines Sonderstipendiums. In diesen Anwerbegesprächen wurde oft ein unverhältnismäßiger Druck auf die Jugendlichen ausgeübt, da die „Werber“ in den Schulen und Wehrkreiskommandos gehalten waren, jeden zweiten bis dritten Wehrpflichtigen als Längerdienenden zu werben.

Frauen konnten freiwillig die meisten Laufbahnen als Unteroffizier auf Zeit, Berufsunteroffizier, Fähnrich oder ab 1984 als Berufsoffizier einschlagen, soweit dies aus Gründen der körperlichen Belastung zulässig war. Der Einsatz erfolgte in den Rückwärtigen und Medizinischen Diensten. 

Der Dienst als Unteroffizier auf Zeit war nominell freiwillig, jedoch waren junge Männer als Schüler oder Lehrlinge einem beträchtlichen Druck zur Verpflichtung als UaZ ausgesetzt. Die meisten Unteroffiziere auf Zeit wurden ein halbes Jahr in einer Unteroffiziersschule ausgebildet, um dann den Truppendienst anzutreten. Die meisten Unteroffiziere auf Zeit waren in den Grenztruppen als Gruppenführer oder als militär-technische Spezialisten ohne Unterstellte eingesetzt, so als GSSZ-UaZ, Nachrichten-UaZ oder Diensthundeführer-UaZ. Manche UaZ waren bei Personalknappheit aber auch auf Offiziersplanstellen eingesetzt. Unteroffiziere auf Zeit waren ebenso wie die Soldaten im Grundwehrdienst kaserniert untergebracht, und unterlagen denselben aus den Anforderungen der „Ständigen Gefechtsbereitschaft“ abgeleiteten hohen Präsenzpflichten, die zu geringem Urlaub und Ausgang führten.

Zwischen 1962 und 1989 dienten in den Streitkräften der DDR ungefähr 400.000 Männer als Unteroffiziere auf Zeit, bis 1973 auch als Soldat auf Zeit/Unteroffizier. Mit einem jeweils aktiven Bestand zwischen 20.000 und 40.000 Mann bildeten die UaZ das Gros des Unteroffizierskorps bei den Grenztruppen der DDR. Mit der Militärreform in der NVA 1989/90 wurde die Dienstzeit der UaZ von drei auf zwei Jahre verkürzt.