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Perleberg 28.1.1987

Liebe Eltern!

Erst mal seid herzlich von mir gegrüßt. Paket und Brief sind angekommen. Zurzeit habe ich noch Innendienst, war ja gestern wieder in Neustadt/Glewe und muss mich am 2.2.1987 in stationäre Behandlung begeben. Kann also passieren, daß ich nicht auf Urlaub nachhause komme. Von mir ausgehend sehe ich mich noch nicht auf Urlaub fahren, denn es ist nicht besser sondern schlimmer geworden.

Sag also Steffen und Maja schöne Grüße von mir, sollen sich überraschen lassen, ob wir uns sehen werden. Ansonsten einen guten Rückflug nach Moskau und man sieht sich beim nächsten Mal.
Bei uns liegt wieder Schnee, nach einer Tauperiode. Zurzeit verpasse ich viel Ausbildung, da diese im Freien stattfindet. Meine Genossen sind zurzeit bei der Außenausbildung, ich sitze im Klubraum und schreibe euch. Morgen kommt „Possenspiel“ zu uns, habe mir dafür eine Karte gekauft. Die Gruppe finde ich nämlich dufte. Was macht Jörg? Ich habe ihm ja schon geschrieben, bekomme aber keine Antwort! Er soll ja wieder mit Katrin zusammen sein, das hat er mir im letzten Brief geschrieben.
Ausgang gibt es für mich nicht, da ich ja krank bin. Habe auch keine Lust dazu, kostet alles nur Geld!!
Was macht ihr so, bei euch in Dresden! Ich hoffe euch geht es gut? Und wie ist das Wetter bei Euch?
Habt Ihr mal nach meinem Motorrad geschaut, ich hatte es ja draußen stehen. Möchte nur nicht, daß es rostet!
Wenn euch mein Brief erreicht, bin ich vielleicht schon in Neustadt/Glewe oder bereite mich darauf vor.
Ich werde es schon überstehen, grüße alle von mir Tschüss sagt euch euer Sohn Thomas  - schreibt mal wieder