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Ein Grenzer & Soldat über die Geschichte

Ein Grenzer & Soldat über die Geschichte

Ein Mensch
– geboren wenige Wochen vor dem Mauerbau im Jahr 1961 – Arbeiterkind. Jemand nannte mich damals Lumpenproletarier – kein Problem und eher eine Ehre. Vor Kurzem begrub ich meinen Vater. Das “Lied vom kleinen Trompeter” begleitete ihn. Wir sind die nächste Generation, die gehen wird. Treffe ich dann meinen Vater wieder? Bis dahin habe ich noch eine Menge zu verarbeiten und zu gestalten. Ich wünsche mir nur die Zeit dafür. Habe ich Sie? Nein – ich nehme sie mir.


Als ehemaliger Berufssoldat der Grenztruppen der DDR von 1980 bis 1990, als Kommandeur, der seine Verantwortung gegenüber den ihm unterstellten Menschen nicht nur als Job sah, als Offizier und auch Verfolgter in der eigenen Armee, als Mensch, der das Lebenswerk seiner Eltern beim Beseitigen der immensen Kriegsfolgen als schützenswert empfand, aber auch als ein immer sehr nachdenklicher Mensch messe ich der Geschichte eine besondere Bedeutung bei – seit ich denken kann. Sie arbeitet in mir – jeden Tag. Und ich schöpfe aus ihr und schaue nach vorn.

Mein Anliegen mit nachfolgenden Gedanken besteht nicht in einer Geschichtsverherrlichung und Unterstützung von Unbelehrbaren. Als ehemaliger Militär möchte ich erinnern an Werte – positive wie negative, die in unserer Geschichte, Gegenwart und Zukunft vielleicht von Bedeutung sind.

Die Vergangenheit begreifen – auch die eigene – bedeutet, persönlich zu wachsen und sich in die Lage zu versetzen, das Morgen im humanistischen Sinne bewusst mitgestalten zu können. Alles Andere ist nur vage und idealistisch im Versuch, sich aus dem Tierreich zu erheben durch gegenseitige Verschleierung menschlicher und gesellschaftlicher Missstände.

Unser Tun entscheidet. Das Vergangene eines Jeden ist wertvolle Lebenserfahrung. Wichtiger ist dennoch, wie man heute dazu steht – und noch wichtiger, was man gedenkt, in der Zukunft zu tun. Suche in der Vergangenheit. Das Ergebnis von Erfahrung und Wissen sind Sichten. Entscheidend aber ist, heute durch kleine Schritte die Welt zu verändern.

Zerbrochen – manch einst wertvoller Kamerad und Mensch ging während und nach diesen Militärjahren von uns. Mir selbst zerbrach es bald die Seele, wenn ich solches Schicksal immer wieder sah. Ich selbst zerbrach bald genauso. Die Familie war meine Rettung und die Kameraden. Nicht wenige Freunde sind so gegangen. Warum? Weil wir uns plötzlich in einer ganz anderen Welt wiederfanden? In einer zivilen Welt, in der plötzlich so manche uns wichtigen Werte nicht mehr zählten?

Nach der Armeezeit erwuchsen vielen von uns auch größere, neue, ja fast ungeahnte Stärken. Da, wo andere hinwollen, da kamen wir her. Wir bauen darauf auf. Unsere vielen Armeejahre haben uns in die Lage versetzt, zu verändern und aktiv zu gestalten. Neugierde hat uns immer vorangetrieben. Sie war und ist unser Wegweiser im Dschungel des Unwissens.

Soldatenvergangenheit von uns Längerdienenden – warum rede ich hier darüber? Ich war und bin einer von Ihnen. In welchem Dienstgrad auch immer – spielt das eine Rolle? Jedenfalls bin ich jetzt a. D. (außer Dienst) und habe würdevoll und in Ehren meinen Dienstgrad Hauptmann behalten. Wir wissen aber auch, Soldaten sterben nicht – sie gehen dahin. Die vielen Jahre haben uns unwiderruflich geprägt. Nichts und Niemand in der Welt kann das Löschen, in der Art wie man einfach einen Datenspeicher löscht.

Stellvertretend kann Niemand für andere Armeeangehörige sprechen, nicht für Grenzer, nicht für Soldaten der NVA oder Bundeswehr, nicht für Angehörige sonstiger bewaffneter Eliteeinheiten und auch nicht für Angehörige anderer Armeen. Wir wissen aber – die tiefe Spezifik ihrer Dienstaufgaben mit der Waffe in der Hand lässt Soldaten immer wieder an Grenzen gelangen. Sie erleben, dass nicht immer nur der Befehl das Maß der Dinge ist, sondern ganz im Besonderen der Mensch auch übermenschlich gefordert ist.

Der Fluch aller Soldaten – sie müssen handeln – und zwar schneller, als es der Gedanke oder nur der reine Instinkt zulässt. Und genau das erfordert besondere Mechanismen des Zusammenwirkens, besondere Prinzipien des Soldatseins und der Truppenführung.

Das Soldatenschicksal – man kann es einzeln nicht erfassen. Man hat das andere Leben nicht gelebt. Also reden wir weniger über Andere. Denken wir mehr mit uns selbst, um letztlich durch unser Sein, hier den Anderen Gutes zu geben – und sei es nur unsere Erfahrung, das Durch- und Erlebte. In diesem weltlichen Sinne leben wir ohne Erwartungen an Andere.

Gedenken. Wenn es ob unserer gegangenen Kameraden um Gedenken geht, denken wir auch an die in diesem Land von Menschen Ermordeten – ermordete Freiheitsuchende, ermordete Soldaten, ermordete Freidenker, Ermordete anderer Nationalitäten. Und wir sehen in unserer Gesellschaft nach wie vor so viel Blindheit vor okkulten Personen, Gruppen und Medien, die wieder säen das Gift von Diktatur, tödlichem Extremismus, Terror und Morden. Und wir sehen einen ehemaligen Bundespräsidenten, der jede Form der Aufrichtigkeit mit Stiefeln tritt und trotzdem alle militärischen Ehren erlangt.

Dann finde wir Antworten in Erfahrenem und Werten, die wir als Soldaten gelebt haben: Was teilt Menschen? Gleichgültigkeit. Was eint Menschen? Kameradschaft. Was trennt Menschen? Unterschiedliche Maßstäbe. Was verleitet Menschen? Dogmen und Unwissen. Was eint uns? Die Sehnsucht. Was hält uns zusammen? Das Teilen. Was lässt uns leben? Die Vielfalt. Was macht uns unbesiegbar? Unsere Lernbereitschaft und Flexibilität.

Das Resümee meiner militärischen Laufbahn: Sei ein gläubiger Mensch, ohne einer Religion zu gehören. Glaube an die Wahrheit, bei der Gefahr deines Untergangs. Sei ein fähiger Soldat, verabscheue aber eine Armee. Habe Angst und handle furchtlos. Sei Realist und versuche das Unmögliche! Sei wehrhaft, um ständig nach vorn zu streben ohne, dass Widerstände aufhalten. Soldaten krampfen nicht nach Ideen – sie haben sie, beurteilen die Lage und fassen Entschlüsse. Das Soldatendasein hat sie tagtäglich in oft schwierigsten Situationen dazu erzogen.

Was macht das Soldatsein aus? Spielt es eine Rolle, in welcher Armee man gedient hat? Spielt es eine Rolle, in welchem Rang oder Dienstgrad man seinen Dienst versah? Gibt es auch Verachtenswertes? Müssen wir uns deswegen die Köpfe einschlagen? Können wir in neuer zivilisierter Qualität die Welt neu begreifen und verändern?

Viele Fragen – hinter denen auch einige meiner Positionen stehen. War jeder Offizier in meiner ehemaligen Armee ein Offizier mit wahrem Ehrgefühl? Nein! Wozu gibt es einen Befehl zur Anwendung der Schusswaffe? Zur Abschreckung und zum Schießen – wie in jeder Armee! Kann man einen Fahneneid zweimal leisten? Nein! Kann man innerhalb einer Armee für eine bessere Gesellschaft kämpfen? Ja! Was bedeutet es, wenn Kameraden eigene Kameraden im Auftrag von Geheimdiensten hinterrücks ausspionieren und verlogen diffamieren? Sträflichster Rufmord! Was bedeutet Fahnenflucht? Feigheit, den Kampf an Ort und Stelle auszutragen und das verwirkte Recht zum Tragen von Schulterstücken. Habe ich hier zu wenig Toleranz? Bestimmt nicht, wenn ich bereit bin, über Vergangenes von Angesicht zu Angesicht zu sprechen und nicht darüber Krieg zu führen.

Vergessen wir nicht die anderen Soldaten, die Wehrdienstverweigerer, die Spatensoldaten oder die Soldaten, die nur gezwungenermaßen ihren Dienst taten. Über die Ausübung dieses Nicht-Waffendienstes möchte ich an dieser Stelle nicht weiter urteilen. Das muss Jeder Betroffenen für sich selbst. Sicher verdient auch mancher konsequente Vertreter höchste Anerkennung aufgrund seiner direkten Geradlinigkeit und Aufrichtigkeit, wie sie nicht vielen Menschen eigen ist.

Schwere Entscheidungen zur Armeezeit – ich erinnere mich daran. Was ist, wenn das Volk marschiert? Was ist, wenn deine militärische Einheit gegen dieses Volk marschieren soll? Jeder stand vor dieser Frage. Nicht Jeder setzte sich damit auseinander. Ich fand schwere Antworten für mich ganz allein.

Rufmord – ich erinnere mich auch daran, in der eigenen Armee durch vorgebliche Mitkameraden jahrelang ausspioniert und in schwerster Form diffamiert worden zu sein. Man musste mich irgendwie ausschalten. Vergessen wir nicht – eingeschleuste Inoffizielle unter uns hatte diesen dreckigen Job – vielleicht jeder Zehnte. Meine politische Haltung für Frieden und wirklichen Fortschritt passte so nicht in die Vorgabe der militär-politischen Befehlshaber. Meine Einstellung schon immer: “Niemand kann einem etwas vorschreiben – nur eins muss man im Leben – für sich selbst Entscheidungen treffen und dann konsequent danach handeln.” Als Oberlausitzer hatte ich frühzeitig diese Einstellung von meinem schlesischen Vater gelernt. Man musste mich auch als Offizier verfolgen, wenn ich schon nicht bekehrbar war. Mein Preis für Gedankenfreiheit war hoch. Ich beschloss, dann solle es das kosten. Und – es ging wirklich bis an’s unterste menschliche Niveau, das Leben und gegen eigene Familienangehörige.

Verfolgt in der eigenen Armee, der man bedingungslos diente – schizophren. Die ehemaligen Inoffiziellen und Handlanger leben zum Teil heute noch unter uns, in meinem Wohnort, in meiner Nähe – teils auch in verantwortlicher Position – und können einen Blick kaum erwidern. Sie sind es nicht wert, über sie zu reden. Das wäre nicht meine Art. Nur, Mancher hat sein falsches Werk von damals bis heute nicht gelassen. Sie vergessen, ihr Wirken ist in historischen Unterlagen verewigt.

Die militärischen Erfahrungen prägen heute ganz besonders meine militärische Sicht. Keine Armee der Welt, kein politisch Vor-Gesetzter Zivil-Minister, kein General der Welt, kein Soldat der Welt, keine Waffe der Welt, Nichts kann die Menschheit von den Geißeln und kollateralen Folgen von Kriegen befreien. Es wird NIE militärische Sieger geben. In dem Sinne sind Kriege höchst unbrauchbar. Politische Siege aus Kriegen? Unmoralisches Ansinnen, wie es nicht größer sein kann. In Gegenwart und Zukunft setzen Kriege gar die menschliche Existenz auf’s Spiel. Das liegt in der Natur der unwiderruflichen Zerstörungskraft von Waffensystemen.

“Wenn die Oberen den Krieg verfluchen, sind die Gestellungsbefehle schon ausgeschrieben” (1935, Bertolt Brecht). Das wissen wir aus den Erfahrungen der Militärgeschichte und unserer eigenen. Lassen wir uns nie wieder dafür einspannen. Diese Erkenntnis hatte ich spätestens 1989/1990 nach bittersten Erfahrungen in der so genannten Vor- und Wendezeit. Damals lehnte ich auf eigenem Wunsch eine mir angebotene weitere Laufbahn ab. Es hatte was mit dem Fahneneid zu tun, aber auch meinen inneren Konflikten.

Ja – ich war Grenzer in einer Armee an einer globalen und brisanten Nahtstelle und mit 23 Jahren schon Offizier. Mancher steckt da heute noch in seiner Lehre. Das vorangegangene Offiziersstudium hatte mich viel Militärgeschichte und militärisches Handwerk gelehrt – u. a. von Clausewitz bis Scharnhorst, Strategien und Doktrin, Taktik von Bodentruppen, Angreifen und Verteidigen, Aufklären und getarnte Operationen, Gegnerstrukturen und Ausrüstungen, Waffen allen Kalibers, Schutz vor ABC-Waffen, Panzerbekämpfung, Kampftechniken, Spezialsprengungen, Führen von der Gruppe bis zum Regiment, Topographie und Nachrichtenwesen, materielle Sicherstellung, Psychologie, Ökonomie und Gesellschaft. Man vergisst nie.

An den Grenzen des großen Waffenbruders – der Weg hat mich auch dahin  geführt, aber auch an Stätten unvorstellbaren Grauens. Ich denke, vor Allem das Grauen muss unbedingt vermittelt werden. Nur dadurch ergibt sich unsere Chance, dass sich hier mitten in Europa die Geschichte nicht wiederholt.

Den Tod und das Töten haben wir gelernt und nicht nur das Verteidigen. Ich habe auch viel, bald zu viel darüber nachgedacht. Dieses Nachdenken nagt regelrecht an der Substanz. Mehr denn je frage ich heute: “Haben Menschen das Recht, Menschen zu töten?” Selbst Koran und Bibel lehren: “Du sollst nicht töten.” Benötigen wir zu dieser Erkenntnis die Religionen, die praktisch zu jeder Zeit diesen Anspruch selbst negieren? Allein der reine Unterschied zwischen Handeln aus Instinkt und Intelligenz sollte uns eine Antwort geben und vom Tierreich abheben.

Gesundheitliche Folgen der Militärzeit für mich – wen interessiert das heute? Dass Körper und Geist enorm darunter litten und gesundheitliche Folgeschäden entstanden, will heute Niemand wissen – erst recht kein Rechtsnachfolger wie die Bundeswehr.

Es war mein Weg – Kommandeur und Grenzer, nachdem ich ursprünglich Philosophie studieren wollte. Die Zulassung für das Studium in Taschkent hatte ich 1980 schon in der Tasche. Nicht Alles im Leben entscheidet man bewusst. Manches wird einfach durch ganz bestimmte Umstände gelenkt und geändert. Dabei übersehen wir manchmal, dass nicht der Wind die Richtung bestimmt. Wir können die Segel selbst setzen.

Trotzdem – meine ganz persönliche Militärgeschichte war eng begleitet von mir bekannten Philosophen und Historikern wie Epikur, Schopenhauer, Marx oder Nietzsche. Die Rolle, ganzen Inhalte und Heiligen Schriften verschiedener Religionen habe ich mir als ausgewiesener Atheist dann später erschlossen – einfach aus Respekt vor Andersgläubigen und in meiner Suche nach Antworten und universellen humanen Ideen.

Kriege und Religionen – ein spezielles Thema. Auch Soldaten haben oft Würdenträger in ihren Reihen. Ich stelle heute den Religionen Folgendes zur Diskussion: Wo ist das Familienoberhaupt, der Vater, der seinen zankenden Jüngern einer jeden Religion einen Denkzettel verordnet und sie auffordert: “Vertragt und ergänzt Euch! Ohne den Anderen ist jeder von euch ein Nichts! Verkündet das gemeinsame Gebot: ‘Du sollst versuchen, Andere zu verstehen. Lerne zuerst Menschlich, dann andere Sprachen und dann das Teilen.’”

Grenzer – das Wort verbirgt mehr. Grenzwertiges – das zu leisten – ist mein Anspruch – damals, wie heute. Eine einzelne Erfahrung ist wie ein Puzzleteil. Die Teile ergeben ein Bild. Nichts war umsonst. All das ergibt deinen Lebensbaum, ein für dich unersetzliches Potential. Stärke entsteht aus Zusammengehörigkeit und Zusammenhalt. Schritt für Schritt geht es vorwärts. Das Entscheidende – der nächste Schritt. Danach folgt wieder ein Schritt. Nicht das Ende ist der Anspruch. Den Weg in Würde gehen – das ist das Ziel des Soldaten.

Und Nichts und Niemand in der Welt kann über mich urteilen, wenn er nicht meine Stiefel getragen hat. Das kann mir auch der Unbelehrbare so abnehmen. Und Nichts und Niemand kann uns ehemaligen Militärs die bedeutsamen Erfahrungen, das Wissen und die tiefe Menschlichkeit von wirklichen Kameraden untereinander nehmen – Dinge, die uns auf dem Weg bis zum heutigen Dasein begleitet haben.

Die andere Seite von Angehörigen verschiedener Armeen habe ich bis heute auch kennengelernt – in vielen Begegnungen – u. a. vom Bundeswehrangehörigen, dem als Truppführer im Zusammenwirken mit russischen Soldaten mitten in Europa im ehemaligen Jugoslawien die Granatsplitter um die Ohren flogen, vom Soldaten, der in vielen Gefechten Kameraden verlor, vom US-Soldaten, der in Kuweit kämpfte, vom Soldaten, der irgendwo auf der Welt irgendwelche fremden politischen und wirtschaftlichen Interessen vertritt, von vielen ehemals ranghohen und Anfang der 80ger geschassten NVA-Kommandeuren, von Soldaten, denen die Rekrutenjäger viele hoffnungsvolle Versprechungen machten, von vielen Soldaten, die mit schwersten psychischen Traumata wieder zu hause allein gelassen werden.

Eine Redewendung besagt: “Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.” Ich denke: “Gold weckt nur tierische Instinkte. Reden ist aber Anfang & Ende des menschlichen, sinnerfüllten Lebens.” In diesem Sinne haben Grenzzeiten im Soldatendasein ihre Daseinsberechtigung, denn sie bergen viel historischen Gesprächsstoff und künftiges Potential.

Stell dir vor, dass wir Alle vor dem gleiche Dilemma stehen. Stell dir vor, dass wir aber auch von gleichen Werten bereichert werden. Stell Dir vor, dass nicht die Armee, aber dafür die Fahne dieser Werte stets hochgehalten wird. Stell Dir vor, dass diese Kameradschaft und Menschlichkeit alle Grenzen überwindet. Wirklich glauben und wissen kann das nur ein ehemaliger, wahrer Soldat.

Mein Traum – es sei mir hier gewährt, aus der Geschichte in die Zukunft abzuleiten: Ich sehe Tugenden des Soldaten in einer Quanten-Religio für alle Menschen, die Alles miteinander dauerhaft und konfliktfrei verschränken kann – in einer neuen menschlichen Evolutionsstufe des Geistes. Verbunden mit grundsätzlich neuen ökonomischen Ansätzen und Lösungen in einer künftigen Zugangsgesellschaft, die allen Menschen zur Verfügung stehen, würde ein Weg des friedlichen Miteinanders aller Religionen und Anschauungen wirtschaftlich, politisch, religiös, ideologisch und ethisch-moralisch gleichermaßen eine Lösung im globalen Stil bedeuten. Das Teilen in Netzwerken verschiedenster Formen würde im Vordergrund stehen und nicht das Eigentum. Eigentum bremst in der Mobilität. Die Welt ist global und interstellar. Kommunikation ist nicht mehr eine Frage nötiger lokaler Standorte oder des Besitzes, wie Kirchen, sondern eine Frage von Zugang, Kultur und Technologie unabhängig von Zeit und Raum. Gemeinsam erstellt man Netzwerke von Leistungen, Ressourcen und Erfahrungen. Gemeinsam nutzt man diese Netzwerke. Wir reden hier nicht von Utopie, sondern Ansätzen, die sich heute in der Praxis herauszubilden beginnen – siehe z. B. das Internet und neue intelligente, dezentrale Energienetze, genannt Smart Grid. Dieser Weg könnte erstmalig eine weltumspannende, nachhaltige Deeskalation einleiten. Sollte dieser Weg verwehrt bleiben, sehe ich nur die Chance des Untergangs menschlicher Zivilisation bedingt durch die fatale Vernichtungskraft neuer Technologien in den falschen Händen.

Woling, Untersuhl im April 2013